Der Gemeindienst
Gemeindienst ist unmittelbarer hilfsbereiter Kontakt von Mensch zu Mensch. Hierin ist das Ziel Rotarys verwirklicht: die Dienstbereitschaft im täglichen Leben. Der Gemeindienst befasst sich mit Problemen im engeren Bereich des Gemeinwesens. Der Weltgemeindienst (Worid Community Service, WCS) überwindet alle Grenzen.
Betätigungsfelder können u.a. sein: die Umwelt, behinderte Kinder und Erwachsene sowie deren Werkstätten und Wohnheime, Seniorenbetreuung, Sicherheit in allen Lebensbereichen, Betreuung von Aussiedlern und Ausländern, Organisation von Nachbarschaftshilfen, Betreuung von Drogenabhängigen und Suizid-Gefährdeten, Resozialisierung von Haftentlassenen.
International: Unterstützung von WCS- Projekten oder eigene Hilfsprojekte im Ausland, evtl. gemeinsam mit einem Kontaktclub. Eigenmittel können u. U. durch Zuwendungen der Rotary Foundation erweitert werden. Gegebenenfalls können auch noch ergänzend öffentliche Mittel von nationalen und internationalen Institutionen beantragt werden.
Mit der Erkennung und Betreuung des sozial problematischen Umfeldes erschöpft sich keineswegs der Aufgabenbereich des Gemeindienstes. Gleichrangig ist auch der kulturelle Bereich einzustufen. Das uns anvertraute Kulturgut im weitesten Sinne entlässt vor allem diejenigen nicht aus der Verantwortung, denen die persönlichen und finanziellen Möglichkeiten gegeben sind, zu erhalten und zu fördern. Einige Stich worte dürften genügen: Pflege von Baudenkmälern, von Werken der Malerei, Plastik, Musik, Literatur und nicht zuletzt Beratung und Unterstützung der hier produktiv, reproduktiv und administrativ Schaffenden: Ein weites Feld für einen ebenso effektiven wie befriedigenden Einsatz.
Dabei ist wichtig, dass ein Club die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erkennt. Weniges, umsichtig Gewähltes zielstrebig zu betreiben ist besser, als sich nach dem Gießkannen-System zu verzetteln. Eigene Projekte sind der Unterstützung anderer Organisationen oder Projekte vorzuziehen. Langfristigen Projekten sollte der Vorrang eingeräumt werden. Müßig bei alledem den Wert des persönlichen Einsatzes zu betonen.
Das für Gemeindienst verantwortliche Vorstandsmiitglied und sein Ausschuss sind zuständig für das Auffinden, die Prüfung und das Aufarbeiten von Projekten, die der Club oder einzelne Mitglieder bearbeiten oder betreuen wollen.
Präsident und Vorstandsmitglied sollten stets darauf hinweisen, wie wichtig Initiativen jedes einzelnen Clubmitgliedes sind. Um die steuerliche Anerkennung der Eigenleistungen zu erhalten, müssen diese über eine gemeinnützige Einrichtung wie z.B. den Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. oder einen eigenen gemeinnützigen Förderverein fließen, wie ihn viele Clubs bereits besitzen.
In einigen Distrikten werden jährlich Gemeindienstleistungen der Clubs und distriktorientierte Aktivitäten in einer Broschüre zusammen gefasst. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, dem Clubpräsidenten, dem Gemeindienstbeauftragten des Clubs sowie auch allen an einem entsprechenden Engagement interes-sierten Rotariern Anregungen zu vermitteln. Voraussetzung solcher Broschüren ist die Kooperationsbereitschaft der Vorstandsmitglieder aller Clubs und des Distrikts.